• die feder - Martin Bernhard
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Hast du keine Geschichte, dann schaffe dir eine

Was haben der berühmte erste Spatenstich, das zerschnittene rote Band einer neuen Straße, das Zeitungsbild zur Ehrung langjähriger Mitarbeiter oder verdienter Vereinsmitglieder gemeinsam? Alle diese Ereignisse hätten sehr wahrscheinlich in dieser Form nicht stattgefunden, wenn nicht die Vertreter der Presse vorort gewesen wären. Ich spreche deshalb von inszenierter Realtität – eine Wirklichkeit also, die zu einem bestimmten Zweck in Szene gesetzt wurde: Es soll darüber berichtet werden. Wer als Unternehmen oder Persönlichkeit in die Medien kommen möchte und keine Geschichte oder Thema hat,…

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Mit der Fußball-Strategie in die Medien

Wer als Person oder Unternehmen in die Medien will, der kann unter anderem folgende beiden Strategien anwenden: auf der Welle reiten oder gegen den Strom schwimmen. Dazu eignen sich sehr gut mediale Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft: Denn alle, oder fast alle, reden über Fußball. Nach dem Spiel ist bereits vor dem Spiel. Einzelhändler machen sich das zunutze und schwimmen mit dem Strom: Sie legen EM-Planer aus, bieten Produkte wie Fußball-Brötchen an oder integrieren in ihren Werbeanzeigen dieses sportliche Großereignis. Mit einer geschickten PR…

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Journalisten, unterfordert Eure Leser nicht

Einfach soll die Sprache der Journalisten sein, klar und verständlich. Aber die Profi-Schreiber  sollen ihre Leser nicht unterfordern oder den Eindruck erwecken, dass sie diese für leicht minderbegabt halten. Genau dieser Eindruck entsteht bei mir, wenn ich Sätze wie diesen lese: “Neben B. stemmt sich ein Mann von seinem Stuhl, er heißt Matthias Doehring, B.s Anwalt.” (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-85065930.html) Welche Absicht verfolgt der Autor, wenn er zunächst mitteilt, dass sich ein Mann vom Stuhl erhebt? Dann dass dieser Mann Matthias Doehring heißt, und schließlich, dass…

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Podiumsdiskussion: Meinungsstreit ohne Streit

Ein Plädoyer gegen das Unwesen todlangweiliger Podiumsdiskussionen Für manche sind es nur Kleinigkeiten, für mich als Journalisten allerdings Wesentlichkeiten: die korrekte Verwendung von Begriffen. So ist im Zeitalter der Fernseh-Talkshows eine rapide Zunahme von sogenannten “Podiumsdikussionen” zu beobachten. Nun bin ich fürwahr kein Gegner des kultivierten Streitgesprächs, ganz im Gegenteil. Was ich allerdings nicht mag, sind Streitgespräche, die keine sind, weil der Meinungsstreit fehlt. Denn ganz im Gegensatz zu der Online-Enzyklopädie Wikipedia, die die Worte “Podiumsdiskussion” und “Podiumsgespräch” gleichsetzt, plädiere ich dafür, auf…

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Alles, nur bitte keine Kritik!

Friede-, Freude-, Eierkuchen-Berichterstattung in der lokalen Kultur Immer wieder bin ich als lokaler Kulturberichterstatter unterwegs.  So besuche ich Konzerte von Klassik über Jazz bis Pop sowie  Kabarett, Comedy, Theater. Und natürlich kenne ich  mich nicht überall gleichermaßen aus. Doch was erwartet man eigentlich von einem lokalen Kulturberichterstatter? Die Veranstalter wollen natürlich, dass die Veranstaltung in bestem Licht erscheint. Die Künstler wünschen sich eine gute Kritik. Und die Besucher erwarten, dass der Artikel wiedergibt, was sie erlebt und empfunden haben. Und die Redaktion? Die…

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Asap lesen, aber flott!

Schützenswerte Minderheit im eigenen Land? “Bitte schicken Sie uns Ihr Angebot asap zu.” Der Handwerksmeister ist verwirrt. Natürlich schickt er gerne möglichen Kunden ein Angebot zu. Doch was ist asap? Der Mann hat sich schon an Begriffe wie Workflow, Facilities und Chillout gewöhnt. Asap klingt aber irgendwie orientalisch. Vielleicht weiß das Gedächtnis der Menschheit, die Online-Enzyklopädie Wikipedia, Rat? Demnach ist ASAP ein Lied des japanischen Pop-Sängers Utada Hikaru oder eine Hardrock-Band oder es handelt sich um das Musical-Stück “As slow as possible” von…

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Geier auf der Jagd nach der Story

Manipulationen und Fälschungen bei der Berichterstattung über das Massaker von Winnenden Das Massaker von Winnenden ist zwar schon einige Zeit her, doch in der April-Ausgabe des Fachmagazins “journalist” (www.journalist.de) ist ein bemerkenswerter Artikel von Jochen Kalka erschienen. Kalka ist Chefredakteur der Zeituschrift “Werben und Verkaufen”, die in München erscheint. Er lebt mit seiner Familie in Winnenden. Seine Frau ist Lehrerin in einem benachbarten Ort, seine Kinder besuchen eine Schule in Winnenden. Am Tag des Unglücks nun wurde Kalka von seiner Familie über das…

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Segen und Fluch von Zitatfreigaben

Kommunikationsabteilungen sollten auch nach innen kommunizieren Wer als Journalist professionell Informationen sammelt, auswertet und zur Veröffentlichung aufbereitet, ist dem Segen und Fluch der Zitatfreigabe ausgesetzt. Segen deshalb, weil man durch ein Gegenlesen und Freigeben von Sachverhalten mögliche Fehler vermeidet; Fluch, weil der Freigabeprozess möglicherweise sehr zeitaufwendig sein kann und weil vielleicht gerade die Passagen geändert werden könnten, die den Text besonders bereichern. Und es kann einem auch Folgendes passieren: Für einen Artikel für die Financial Times Deutschland recherchierte ich bei einem Unternehmen, das…

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Trojanische Pferde in Redaktionen

Für als Journalisten getarnte PR-Mitarbeiter stehen die Türen der Redaktionen sperrangelweit offen Natürlich freut man sich als freier Journalist darüber, wie leicht es oftmals ist, Redaktionen Themen anzubieten oder sich als neuen Mitarbeiter vorzustellen. Anruf genügt: "Guten Tag, ich bin  freier Journalist. Hätten Sie Interesse an dem Thema XYZ?” Und schon ist man nicht nur im Gespräch, sondern häufig auch im Geschäft. Doch es stellt sich die Frage: Wenn das bei mir so einfach funktioniert, dann sicher auch bei anderen. Da könnte ja…

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